Baby mit Marienkäfer Lätzchen und Teller vor sich

Brei oder BLW? Zwei Wege, ein gemeinsames Ziel.

Geschrieben von: Lisa von Little Casimir

|

|

Lesezeit 4 min

Der Beikoststart liegt vor euch oder vielleicht habt ihr die ersten Löffel schon hinter euch. Und plötzlich taucht die nächste große Frage auf:

Brei oder Baby Led Weaning (BLW)?

Während die einen auf klassischen Brei schwören, zeigen andere auf Social Media bunte Teller mit Gurkensticks, Brokkoliröschen und Avocado. Schnell entsteht das Gefühl, sich für einen einzigen Weg entscheiden zu müssen.


Die gute Nachricht: Das musst du nicht.


Ob Brei, Baby Led Weaning oder eine Kombination aus beidem, entscheidend ist nicht die Methode, sondern dass sie zu deinem Baby, eurem Familienalltag und euren Bedürfnissen passt.


In diesem Artikel schauen wir uns die Unterschiede und Gemeinsamkeiten von Brei und BLW an und auch darauf, was unabhängig vom Beikostweg wichtig ist. Denn oft geht es gar nicht um ein Entweder-oder, sondern um ein Sowohl-als-auch.

BLW oder Brei - Was steckt eigentlich dahinter?

Reality Check


„Mit BLW lernt mein Kind besser essen.“


🥣 Brei
Beim klassischen Beikoststart werden pürierte oder fein zerdrückte Lebensmittel mit dem Löffel angeboten. Viele Familien beginnen mit Gemüsebrei und erweitern den Speiseplan nach und nach. Auch wenn Brei oft gefüttert wird, kann dein Baby dabei aktiv mitentscheiden, wie viel es essen möchte.


🥕 Baby Led Weaning (BLW)
Beim Baby Led Weaning entdeckt dein Baby von Anfang an weiche, gut greifbare Lebensmittel selbstständig mit den Händen. Es entscheidet selbst, was und wie viel es essen möchte. Dabei geht es nicht darum, möglichst viel zu essen, sondern Lebensmittel mit allen Sinnen kennenzulernen.



Muss ich mich überhaupt entscheiden?

Die kurze Antwort lautet: Nein.


Viele Familien kombinieren Brei und Baby Led Weaning ganz selbstverständlich. Vielleicht gibt es morgens ein paar weiche Obststücke zum Selbstentdecken, mittags einen Gemüsebrei und abends ein Stück Brot vom Familientisch.


Entscheidend ist nicht, welcher Ansatz "besser" ist. Viel wichtiger ist, dass dein Baby die Reifezeichen erfüllt, ihr gemeinsam entspannt essen könnt und der Beikoststart zu eurem Familienalltag passt.

Es gibt kein Entweder-oder. Oft ist ein Sowohl-als-auch genau der Weg, der für Familien am besten funktioniert.

Little Fact


Studien zeigen bisher keinen eindeutigen Vorteil von Brei oder BLW. 

Viel wichtiger als die Methode ist eine ausgewogene Ernährung, eine sichere Esssituation 

und die Freude am gemeinsamen Essen.


Und was ist mit Allergenen?

Ob Brei, BLW oder eine Mischung aus beidem: Auch potenziell allergene Lebensmittel wie Ei, Erdnuss, Milchprodukte oder Fisch können Teil der Beikost sein. Sie müssen nicht vorsorglich möglichst lange vom Speiseplan ferngehalten werden. Aktuelle Empfehlungen sprechen vielmehr dafür, geeignete Allergene im Rahmen der Beikost einzuführen und gut verträgliche Lebensmittel anschließend regelmäßig weiter anzubieten.


Für den Start kann es trotzdem praktisch sein, neue Allergene einzeln anzubieten, damit sich eine mögliche Reaktion leichter einem Lebensmittel zuordnen lässt. Dabei sollten sie immer in einer für dein Baby sicheren Form angeboten werden: Erdnüsse zum Beispiel niemals ganz, sondern etwa als entsprechend verdünntes Erdnussmus.


Bestehen bereits Allergien, ein erhöhtes Allergierisiko oder Unsicherheiten bei der Einführung, sollte das Vorgehen vorher mit der Kinderärztin oder dem Kinderarzt besprochen werden.

Verschlucken gehört dazu

Gerade beim Baby Led Weaning haben viele Eltern Sorge vor dem Verschlucken. Würgen und echtes Verschlucken sind dabei nicht dasselbe: Würgen ist ein natürlicher Schutzreflex, mit dem dein Baby lernt, mit neuen Konsistenzen umzugehen. Bei einer Blockade der Atemwege hingegen kann schnelle Hilfe notwendig sein. Deshalb sollte dein Baby beim Essen immer aufrecht sitzen und beaufsichtigt werden. Lebensmittel mit erhöhtem Verschluckungsrisiko, zum Beispiel ganze Nüsse oder ganze Weintrauben, sollten vermieden bzw. altersgerecht zubereitet werden. Ganz praktisch heißt das: Kleine, runde oder prall-elastische Lebensmittel wie Weintrauben oder Cherrytomaten längs zerkleinern und harte Lebensmittel weich garen.

Worauf kommt es wirklich an?

Ob Brei, BLW oder eine Kombination aus beidem – der Beikoststart ist kein Wettbewerb.


Viel wichtiger ist, dass dein Baby Lebensmittel in seinem eigenen Tempo entdecken darf. Manche Kinder greifen begeistert nach weichen Gemüsesticks, andere mögen zunächst lieber den Löffel. 

Beides ist völlig in Ordnung.


Gemeinsame Mahlzeiten, eine entspannte Atmosphäre und die Möglichkeit, Neues auszuprobieren, schaffen die beste Grundlage für eine positive Essbeziehung.

Little Essentials für den Beikoststart

Für einen entspannten Beikoststart braucht es oft weniger, als man denkt.


✨ Vertrauen in dein Baby

✨ Geduld statt Perfektion

✨ Gemeinsame Mahlzeiten

✨ Zeit zum Entdecken
✨ Ein Lätzchen, das sowohl Breiflecken als auch gedünstetes Obst und Gemüse abfängt.

Du möchtest herausfinden, welcher Beikostweg zu euch passt?

In unserem Little-Casimir-Beikostkurs begleiten wir dich Schritt für Schritt, von den Reifezeichen über Brei und Baby Led Weaning bis hin zu alltagstauglichen Tipps für entspannte Familienmahlzeiten.

Du bekommst das Wissen an die Hand, das du brauchst, um verschiedene Möglichkeiten kennenzulernen, auszuprobieren und herauszufinden, welcher Beikostweg sich für dich und dein Baby gut anfühlt. Ohne dich von starren Regeln oder einem vermeintlichen „Richtig“ und „Falsch“ verunsichern zu lassen.

Starte entspannt in die Beikostzeit: Mit klaren Schritt-für-Schritt-Anleitungen einer zertifizierten Ernährungsberaterin, ganz ohne Druck, Unsicherheit oder widersprüchliche Empfehlungen.


Lerne alles Wichtige zu Brei, BLW, Allergenen, sicheren Lebensmitteln und typischen Herausforderungen beim Beikoststart, inklusive praktischem Handout zum Nachschlagen.

Und dann heißt es eigentlich nur noch: 

Ausprobieren, entdecken und gemeinsam herausfinden, was auf dem Teller gut ankommt. 

Denn am Ende beginnt mit der Beikost vor allem eins: eine ziemlich spannende Zeit.

Hinweis: Dieser Artikel dient der allgemeinen Information und ersetzt keine individuelle medizinische Beratung. Wenn du unsicher bist, ob dein Baby bereit für Beikost ist, Fragen zur sicheren Zubereitung von Lebensmitteln hast oder dir etwas Sorgen bereitet, wende dich bitte an deine Kinderärztin oder deinen Kinderarzt.

Lisa von Little Casimir